Wie entwickeln sich Medizin und Gesundheitsbranche in Zeiten künstlicher Intelligenz, Robotik und Automatisierung weiter?
Um dieser Frage nachzugehen, haben wir im März den TREFFpunkt Gesundheitsindustrie 2026 in Stuttgart besucht. Die Veranstaltung bringt jedes Jahr Unternehmen, Start-ups, Forschungszentren und Institutionen aus den Gesundheitstechnologien in Baden Württemberg zusammen.
Die diesjährige Ausgabe konzentrierte sich auf eine Frage, die ebenso simpel wie akut ist: „Wie werden Mensch und Maschine in der Medizin der Zukunft zusammenarbeiten?“
Keynotes, Diskussionen und Pitches beleuchteten die innovativsten Bereiche der Branche: KI-gestützte Diagnostik, Robotik in der Pflege und Patientenbetreuung, Automatisierung in medizinischen Fertigungsprozessen, Genomik und neue Modelle der Mensch-Maschine-Interaktion.
Unter den Teilnehmern waren Universitäten, Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer-Institut und das Karlsruher Institut für Technologie, Deep-Tech-Start-ups sowie Unternehmen, die Lösungen für ein effizienteres und nachhaltigeres Gesundheitssystem entwickeln.
Aydogan Aydindag, Senior Business Manager, Teoresi Deutschland, war vor Ort und konnte sich mit zahlreichen Akteuren des Ökosystems austauschen.
Wir haben ihn zu den gewonnenen Einblicken in die Entwicklung von Technologien und Innovationsmodellen in der Branche befragt.
Welche Innovationen werden die Branche Deiner Meinung nach wirklich verändern?
Den größten Einfluss werden künstliche Intelligenz, Robotik und langfristig Quantentechnologien haben. KI kann dabei helfen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen, effektivere Behandlungsentscheidungen zu unterstützen und die Gesundheitsversorgung weiter zu personalisieren. Robotik wiederum kann die Arbeitsbelastung von medizinischem Fachpersonal verringern, indem sie repetitive oder körperlich anstrengende Aufgaben übernimmt.
Quantentechnologien könnten in Zukunft ebenfalls eine wichtige Rolle spielen, u.a. bei der Wirkstoffforschung oder aber mit Blick auf schnellere Lösungen für hochkomplexe medizinische Probleme.
Automatisierung und KI im Gesundheitswesen waren zentrale Themen in Stuttgart. Wie sehr können wir KI heute vertrauen?
Ich sehe KI als große Chance für den Gesundheitssektor: Sie kann Geschwindigkeit, Effizienz und Genauigkeit verbessern und damit greifbare Vorteile bieten. Das Vertrauen hängt jedoch davon ab, wie sie eingesetzt und geregelt wird. Bereits heute ist KI in Bereichen wie Datenanalyse, Bilderkennung und Entscheidungsunterstützung von großem Wert.
Gleichzeitig bleibt bei Diagnosen, Behandlungsentscheidungen und allem, was die Patientensicherheit direkt betrifft, die menschliche Aufsicht unverzichtbar. Deshalb würde ich für einen verantwortungsvollen Einsatz plädieren.
Was macht Baden-Württemberg zum führenden Gesundheitsstandort, und wo siehst Du konkrete Chancen für Teoresi in diesem Ökosystem?
Es zeigt sich mehr und mehr, dass Baden-Württemberg über ein starkes, zukunftsorientiertes Gesundheitsökosystem verfügt. Die integrierte Präsenz von Industrie, Forschung, Innovation und hochspezialisierten Unternehmen schafft ideale Voraussetzungen für die Entwicklung neuer Technologien. Für Teoresi ist dieses Umfeld wie gemacht: Viele der Schlüsselthemen – Automatisierung, Robotik, Software, Konnektivität und Cybersicherheit – sind Bereiche, in denen wir bereits über fundiertes Fachwissen verfügen.
Die Chance besteht nun darin, dieses Know-how zunehmend in den Gesundheitssektor einzubringen und dazu beizutragen, medizinische Technologien digitaler, sicherer und intelligenter zu machen.